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Mit dem globalen Geist von Rio am runden Tisch |
Eines der Abschlussdokumente der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro sollte weltweite Impulse für nachhaltige Entwicklung setzen. Vertreter aus 178 Staaten einigten sich auf das „Agenda 21“ genannte Zukunfts- und Aktionsprogramm als – rechtlich unverbindliche – Absichtserklärung (1).
Die Lokale Agenda 21 ist inhaltlich zwar stark umwelt- und entwicklungspolitisch orientiert, aber von Partizipationsgedanken stark durchzogen. Sie hebt die Rolle unterrepräsentierter zivilgesellschaftlicher Akteure wie Frauen, indigene Bevölkerungsgruppen oder nichtstaatliche Organisationen hervor und fordert ihre Teilhabe am Politikprozess (2). Vorrangiges Handlungsfeld der Agenda 21 sind die Kommunen. Die Ziele sollen im engen Dialog der Akteure, d. h. Kommunalverwaltungen, Bürgern, örtlichen Organisationen und Privatwirtschaft erreicht werden (3): |
Akteure der L.A. 21 und ihre Aufgaben |
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Kommunen
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Nicht öffentlicher Sektor
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- Konsultation der Bevölkerung organisieren und moderieren - Politische Umsetzung - Schaffung von Rahmenbedingungen - …
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- Fachwissen zur Verfügung stellen bzw. Beratung leisten - Als Multiplikatoren wirken - Kontrolle der Umsetzung - …
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Quelle: Sibum 2002, S. 98 |
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Typische Handlungsfelder sind: Lokale Agenda und Wirtschaft einschließlich Umweltmanagementsysteme, Stadt- und Siedlungsentwicklung, Verkehr/Mobilität, sowie Energienutzung und Klimaschutz. (4) „Kultur" taucht z.B. eigenständig seltener auf, spielt aber als Baustein in Verbindung mit Stadtleitbildern, Tourismus- und Bildungskonzepten oder Integration eine Rolle. |
Arbeitsweise und Methoden |
Im Zentrum der Agenda-Bestrebungen liegen stark durchstrukturierte Aktionsprogramme zur nachhaltigen Entwicklung, die auf intensive kooperative und partizipative Elemente setzen, wie in Abb. 9 dargestellt. |
Protoypischer Aufbau: Lokaler Agenda-Prozess |
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- Quelle: Kuhn 2004, S. 284; überarbeitet vom Verfasser
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Innerhalb der Agenda-Prozesse bedienen sich die Akteure vor allem informeller Partizipationsmethoden, also freiwilliger Formen der Meinungs- und Entscheidungsbildung, die als Konsultationsprozesse besser geeignet sind als die gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsinstrumente.
Die besonders häufig eingesetzten Methoden sind: |
Kommunikative Ansätze im Agenda-Prozess |
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Verfahren
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Charakteristik
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Bürgerversammlungen
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(Spontane) Versammlungen zu aktuellen Projekten, Themen
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(Bürger-)Beiräte als Berater für Verwaltung
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Grundsätzliche Diskussionen und beratende Entscheidungsvorbereitung
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Anhörungen
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Gelegenheit für Interessengruppen, sich zu Themen zu äußern
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Runde Tische
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Beratende Entscheidungsvorbereitung; zum Teil nicht öffentlich
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Foren
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Öffentliche Diskussionen und beratende Entscheidungsvorbereitung
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Planungszellen
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Zufällige Auswahl von Bürgern erarbeitet Lösungen
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Zukunftswerkstätten
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Ideenschmiede zur Aktivierung kreativen Potentials
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Mediationsverfahren
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Verfahren zur Konfliktbewältigung z. B. bei Planungen
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Anwaltsplanung
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Beauftragter der Stadt stärkt die Bürger gegenüber der Planung
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Quelle: vgl. Bundesministerium für Umwelt Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) 1999, S. 75; eigene Darstellung |
Zwischenergebnisse und Wirkungen |
In ihrer schwungvollen Anfangsphase bis Ende 2001 konnte die Lokale Agenda in Deutschland ca. 2000 Aktionspläne für deutsche Städte oder Gemeinden initiieren (5).
Aber 2002 wurde resümiert, dass sich viele Hoffnungen nicht erfüllten. Statt eines permanenten „Kommunikations-Motors“ und einer „Vernetzungs-Agentur“ stellte sich die Agenda als zeitlich begrenzter Input mit Ermüdungserscheinungen dar. Trotz einer Reihe von realisierten Projekten kam es kaum zur angestrebten langfristigen Zusammenarbeit von Verwaltung, Lokalpolitik und Bürgern. (6) Schwachstellen lagen offensichtlich in der Umsetzung aufgestellter Ziele in die politische und finanzielle Praxis. Nachhaltig wirksame Veränderungen sind eben „kein Sonntagsspaziergang, sondern ein Lernprozess, der alle Akteure vor große Herausforderungen stellt“. (7)
Ihre stärkste Wirkung hat der Agenda-Prozess vermutlich auf Kommunikation und Kooperationsverfahren zwischen Akteuren in den Kommunen ausgeübt und Zeichen gesetzt für stärkere Berücksichtigung bürgerschaftlichen Engagements. (8) |
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(1) vgl. Nohlen, Arons 2002, S. 882 (2) vgl. Waldmann 2005, S. 17-20 (3) vgl. Schophaus 2001, S. 1 (4) vgl. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) 2001, S. 7 (5) vgl. Kuhn 2004, S. 279 (6) vgl. Born, Kreuzer 2002, S. 12f (7) vgl. Sibum 2002, S. 100 (8) vgl. Kuhn 2004, S. 283
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zum Literaturverzeichnis ...
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