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Beteiligungsinstrumente

Zum Überblick über das breite Spektrum an Beteiligungsformen, -modellen und -methoden sind
die Inhalte der gängigen Begriffe aus der Fachdiskussion kurz erläutert (1).

Hier geht es um eine überschaubare und gut strukturierte Übersicht - für weitere Details benutzen Sie bitte die Linktipps rechts, die Linkseite oder die Literaturhinweise.

Die aufgeführten Modelle sind nach besonders prägnanten Merkmalen gruppiert. Viele können mehrfach zugeordnet oder in umfangreichen Verfahren als Bausteine nebeneinander verwendet werden.

Sie können die zugehörige Beschreibung durch Klicken auf die Kategorie direkt ansteuern:

Kategorien von Beteiligungsmethoden

Informieren: Wissen, worum es geht  Anhören und konsultieren  Befragen und Meinungen einholen 
Meinung bilden, Diskutieren, Erörtern  Mitentscheiden und formal Einfluss nehmen – Direkte Demokratie   Stellvertretend für alle: Repräsentative Verfahren  
Mit Vielen zusammen: Großgruppenverfahren   Anregen, Beraten, Unterstützen, Befähigen   Gemeinsam erarbeiten: Workshops und Werkstätten  
Konflikte bearbeiten, Standpunkte integrieren, Verhandeln   Nicht nur reden, auch machen – aktionsorientierte Verfahren  Über Ressourcen debattieren und Mittel verteilen 
Langfristig entwickeln und begleiten  Ideen und Ziele entwickeln, kreative Lösungen finden   Sich ein Bild von der Zukunft machen, Visionen entwerfen 
Zum Wandel anregen, Entwicklungsprozesse fördern  Organisieren, Aktivieren und Gegenmacht aufbauen   


Informieren: Wissen, worum es geht (nach oben)  
Information ist die Basis für alle Arten von Beteiligung.
Es gibt gesetzliche Vorschriften z. B. im Bau- und Planungsrecht, wie Bürger mindestens zu informieren sind. Dies geschieht meist in Form von Auslegung von Plänen, öffentlichen Bekanntmachungen in Lokalpresse oder Aushängen in öffentlichen Gebäuden. Wurfsendungen erreichen die Bürger direkt zu Hause.
Auch Ausstellungen sind geeignet, Vorhaben der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Immer häufiger stellen Gemeinden Informationen als Teil der eDemocracy ins Internet.
Für individuelle Nachfragen eignen sich Einwohnerfragestunden oder bürgernahe Beratungen.
Eine Ortsbegehung gibt oft ein klareres Bild der Situation wieder als der beste Plan.  


Anhören und konsultieren (nach oben) 
Anhörungen und Erörterungen gehören zum planerischen Alltag. Sie dienen vor allem dazu, Anregungen und Bedenken aus der Bevölkerung aufgreifen und in Vorhaben einzuarbeiten. Ähnliche öffentliche Anhörungen werden auch in planungsfernen Politikfeldern eingesetzt.
Klassisch durchgeführte Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen sind ein probates Mittel, um Informationen zu verbreiten und Eindrücke zu gewinnen, wie Betroffene ein Sachthema aufnehmen. Je nach Umfang von Sachvortrag, Darstellung verschiedener Positionen (z. B. Podium) und Raum für Fragen und offenem Austausch lässt die Kommunikation auch Interaktion zu.  


Befragen und Meinungen einholen (nach oben) 
Aus Befragungen in schriftlicher oder mündlicher Form (Interviews) erfahren nicht nur die Befragten, dass ein Entscheidungsprozess im Gange ist. Auf der anderen Seite verschaffen sich Entschiedungsverantwortliche ein Bild über Meinungen oder Stimmungen.
Um eine kompakte Befragungsaktion handelt es sich bei der Participatory Rapid Appraisal (PRA). Innerhalb einer Woche werden bei Hausbesuchen zahlreiche Interviews durchgeführt und dabei Wünsche, Probleme und Ideen thematisiert. Den Abschluss bildet die öffentliche Präsentation der aufbereiteten Ergebnisse mit Diskussion.
Das Bürgerpanel ist eine zunächst offene Befragung (schriftlich oder per Internet), die nach repräsentativen Gesichtspunkten erweitert wird. In einer späteren Kommunikationsphase kann auch intensiver Austausch untereinander „aufgesetzt“ werden. Ein einmal aufgebautes Bürgerpanel kann politischen Entscheidungsträgern und Verwaltung wiederholt als Dialogpartner dienen.
Ein wenig aufwändiges Instrument, Meinungen ohne repräsentative Gültigkeit per Mausklick abzufragen, kann auf Internetseiten eingerichtet werden (eDemocracy).  


Meinung bilden, Diskutieren, Erörtern (nach oben) 
Das Fish-Bowl aus zwei ineinander liegenden Sitzkreisen gilt als einfache und dynamische Alternative zur Podiumsdiskussion. Es kombiniert eine Großveranstaltung mit Vorteilen kleiner Gesprächsrunden und bringt Lebendigkeit in konventionelle Veranstaltungsformate. Nur im inneren Stuhlkreis wird diskutiert, aber Personen aus dem äußeren Kreis können jederzeit ihre Position mit jemandem aus dem Innenkreis tauschen.
Die Fokusgruppe ist eine moderierte Gruppendiskussion über ein vorgegebenes Thema. Sie kann mit fachlichen Inputs angereichert werden. Diese Methode stammt aus der Marktforschung und wird zur fundierten Meinungsbildung eingesetzt.
Das Internet bietet eine Reihe von Möglichkeiten, wie die Nutzer untereinander in interaktiven Austausch gehen können (Internetforen, Chatrooms, Weblogs) (eDemocracy)  


Mitentscheiden und formal Einfluss nehmen - Direkte Demokratie (nach oben) 
Rechtlich abgesicherte Formen von Mitentscheidung jenseits von Wahlen sehen nur die plesbizitären Instrumente der Direkten Demokratie in Kommunen oder Ländern wie Bürgerbegehren/ Bürgerentscheide (oder Volksbegehren/ Volksentscheide) vor. Der Aufwand für die Initiatoren, die erforderliche Mindestzahl an Abstimmenden zu erreichen, ist dabei beträchtlich.
In schwächerer Form wirken Petitionen und Bürgeranträge auf das repräsentative System ein - zwar nicht als verbindliche Entscheidungsinstrumente, aber mit den formulierten Anträgen müssen sich die Parlamente oder spezielle Ausschüsse sachlich befassen.
Auch Beiräte (wie z. B. Senioren-, Ausländerbeiräte u.a.) sind vielen kommunalen Ausschüssen oder Parlamenten angegliedert. Sie bestehen in der Regel aus sachkundigen Bürgern, die Gremien oder Verwaltung fachlich beraten und Stellungnahmen abgeben. Sie fungieren teilweise auch als Ansprechpartner für Betroffene und ergreifen u.U. stellvertretend für sie das Wort. 


Stellvertretend für alle: Repräsentative Verfahren (nach oben) 
„Klassische“ Beteiligungsformen stoßen oft auf geringe Resonanz, sind oberflächlich, Betroffene engagieren sich zu spät im Entscheidungsprozess, es dominieren organisationsstarke Interessen. Die Planungszelle setzt dem eine Arbeitsgruppe aus nach Zufallsprinzip ausgewählten Laien entgegen, die sich unter Fachbegleitung intensiv mit einem Thema auseinandersetzt und Lösungsvorschläge entwickelt. Dem Gruppenergebnis wird eine hohe repräsentative Aussagekraft zugetraut, es wird in Form eines Bürgergutachtens veröffentlicht.
Während die klassische Planungszelle nur wenige Tage zusammenarbeitet, gibt es auch Bürgerforen, die nach ähnlichen Prinzipien, aber längerfristig agieren.
Aus Dänemark stammt die Konsensuskonferenz, bei der ebenfalls eine repräsentative Bürgergruppe in moderierten Arbeitsphasen ein Ergebnisdokument entwickelt.
Eine schlanke Form stellt der BürgerInnen-Rat dar. Nach Zufallsprinzip ausgelost, widmen sich zwölf Bürger in einer zweitägigen Arbeitsphase von einem Moderator unterstützt Verbesserungs- oder Lösungsvorschlägen zu schwierigen aktuellen Themen. Das Ergebnis wird öffentlich vorgestellt und diskutiert, der Rat danach aufgelöst. 


Mit Vielen zusammen: Großgruppenverfahren (nach oben) 
Wo in Gemeinden, in Betrieben oder Verbänden Veränderungsprozesse anstehen, müssen viele Menschen in kurzer Zeit erreicht und einbezogen werden. Hierzu werden sogenannte „Großgruppenverfahren“ eingesetzt. IhreStärke ist, dass in kurzer Zeit viele Kenntnisse, Meinungen und Aspekte zwischen Menschen ausgetauscht und Veränderungsenergien mobilisiert werden.
Die Open Space-Methode bringt eine Handvoll bis zu einigen Tausend Menschen an einem kompakten Wochenende in lösungsorientierte Gespräche. Von einer zentralen und für alle brennenden Fragestellung ausgehend wird in ständig wechselnden Arbeitsgruppen erörtert und dokumentiert. Aufgrund der Gleichzeitigkeit vieler Diskussionen und der freien Wahl der Arbeitszeiten und -gruppen regen Open Spaces hohe Motivation und intensive Auseinandersetzungen an.
Nach ähnlichem Muster sind die RTSC-Konferenzen (Real Time Strategic Change) und das World Café (auch: Knowledge-Café) . Sie bündeln die Kompetenz vieler Menschen in kompakter, marktähnlicher Inszenierung und nutzen die Konferenzen, um Handlungsoptionen zu suchen oder Veränderungsprozesse anzustoßen. 


Anregen, Beraten, Unterstützen, Befähigen (nach oben) 
In dem aus den USA stammenden Konzept Anwaltsplanung erhalten (Planungs-)Betroffene einen "Anwalt" im nicht juristischen Sinne zur Seite gestellt. Dieser Fachmensch berät die Bürger, unterstützt sie bei Formulierung ihrer Interessen und vertritt benachteiligte oder artikulationsschwache Gruppen in Gremien.
Die Kompetenzwerkstatt richtet sich an Kinder und Jugendliche und stärkt sie darin, ihre Erfahrungen in spielerischen Mitmachaktionen einzubringen, die später in Planung von konkreten Anschlussaktionen münden. 


Gemeinsam erarbeiten: Workshops und Werkstätten (nach oben) 
In Workshops oder Werkstätten diskutieren Menschen in begrenzter Zeit über eine Fragestellung, gehen eine Problemlösung an oder schmieden Pläne. Oftmals finden sie an Wochenenden statt, räumlich und sozial vom herkömmlichen Arbeitsalltag getrentt. Geschulte Moderatoren unterstützen in vielen Fällen den Prozess, häufig nach bewährter Moderationsmethode.
Eine Planungswerkstatt dreht sich um konkrete planerische Fragestellungen. Gearbeitet wird in den Phasen Ideensammlung, Bewertung, sowie Übertragung auf den Raum mithilfe von Plänen und Modell. Ortskenntnisse von Bewohnern und planerische Kompetenzen fließen zusammen.
Die Perspektivenwerkstatt ist ein konsensorientiertes Verfahren und wird im englischsprachigen Raum in der Stadtentwicklung eingesetzt (auch „Community Planning Weekend“). In monatelanger Vorbreitungsphase werden möglichst breit Akteure zur Teilnahme angesprochen. An einem kompakten Wochenende entwickeln dann Arbeitsgruppen an Planungstischen und mit Ortsbesichtigungen konkrete Ideen hin zu einer gemeinsamen Vision. Ein unabhängiges Werkstatt-Team verfasst aus den Ergebnissen einen Bericht in visueller Form.
Gemeinsinn-Werkstätten kamen bislang bei der Vernetzung freiwilligen Engagements zum Einsatz. Sie stellen ein offenes Konzept dar, gemeinsame Interessen zu entdecken, unterschiedliche Perspektiven kennen zu lernen und einen konstruktiven Austausch bis hin zur Bildung sich ergänzender Aktionsteams zu ermöglichen.  


Konflikte bearbeiten, Standpunkte integrieren, Verhandeln (nach oben) 
Die Mediation ist z. B. aus Arbeitskämpfen bekannt, wo sich zwei Streithähne festgefahren haben,. Mediation ist ein freiwilliges, klar strukturiertes Vermittlungsverfahren, in dem die Konfliktparteien gemeinsam nach einer Lösung suchen und dabei einen professionellen Mediator hinzuziehen. Auch in komplexen Planungsauseinandersetzungen oder in Nachbarschaftskonflikten wird sie angewendet (Streitschlichtung).
Runde Tische sind gut geeignet, wo mehrere verschiedene Positionen und Institutionen zusammengebracht werden und sich auf gemeinsame Konzepte oder Projekte verständigen sollen. Am wirkungsvollsten sind sie, wenn alle Interessen an dem Thema vertreten und die Entscheidungsträger eingebunden sind. Methodisch sind Runde Tische wenig vorstrukturiert; je nach Thema, Zusammensetzung und Dauer werden geeignete Diskussions- und Arbeits(gruppen)formen genutzt. Runde Tische werden oft für Aktionsprogramme der Lokalen Agenda 21 eingerichtet. 


Nicht nur reden, auch machen – aktionsorientierte Verfahren (nach oben) 
Planning for Real ist ein gemeinwesenorientiertes, mobilisierendes Planungsverfahren. In einem mehrwöchigen Prozess werden vorhandene Potenziale, Ressourcen und Defizite aufgespürt und eine Atmosphäre gemeinsamen Handelns zwischen Nachbarn, Experten und lokalen Interessengruppen geschaffen. Auf anschauliche Vermittlung wird dabei viel Wert gelegt, z. B. durch Einsatz von Modellbau und nonverbalen Kommunikationsmethoden.
Bei einem Planspiel schlüpfen die Teilnehmer in Rollen und lassen durch ihr Verhalten und ihre Entscheidungen neue Rahmenbedingungen entstehen. Die Methode verhilft dazu, komplexe Sachverhalte in einer vereinfachten Situation besser zu verstehen und Zwänge, Handlungsmöglichkeiten, Konsequenzen und Alternativen zu erkennen. Auch das dem Planspiel verwandte Handlungsspiel arbeitet mit Rollenübungen. Es kommt aus der Gewerkschaftsbewegung und ist vor allem zur Vorbereitung auf schwierige Verhandlungen bewährt. 


Über Ressourcen debattieren und Mittel verteilen (nach oben) 
Kommunale Haushalte sind Bürgern oft nicht nachvollziehbar. Bei Bürgerhaushalts-Verfahren wird ein Teil des öffentlichen Haushalts unter direkter Beteiligung von Bürgern aufgestellt. Ein leicht verständliches Informationssystem macht den Bürgern den Haushalt und seine Leistungen transparent. Anschließend werden per Bürgerforen, schriftliche oder elektronische Bürgerbefragungen Meinungen und Vorschläge eingeholt und ausgewertet. Die eingearbeiteten Ergebnisse werden mit der Verwaltung abgestimmt und vom Parlament verabschiedet.
Vor allem in der Stadtentwicklung haben sich Verfügungs- oder Quartiersfonds etabliert (2). Bei einem ortsnahen, mit von Bürgern besetzten Gremium wie Stadtteilforum, Sanierungsbeirat o.ä. kann jeder Geld für Projekte beantragen, die dem Stadtteil zu Gute kommen – für Veranstaltungen, Verschönerungsmaßnahmen, Anschaffungen u.v.a.m. Auch wenn der Gesamtetat des öffentlich tagenden Gremiums selten wenige Tausend Euro jährlich übersteigt, kombinieren sich hier präziser und effizienter Mitteleinsatz und positive Effekte von Bürgermitverantwortung.  


Langfristig entwickeln und begleiten (nach oben) 
In Stadtteilforen, Verkehrsforen, Jugendforen u.ä. bringen aktive Bürger Kenntnisse und Engagement ein. Foren ermöglichen einen kontinuierlichen Austausch zwischen interessierten Bürgern, Fachleuten, Gewerbetreibenden, Institutionen, Politik und Verwaltung. Vielfach bilden sie für spezielle Fragestellungen Arbeitsgruppen, die ihre Vorschläge öffentlich zur Diskussion stellen. Teilweise sind sie mit Vertretern aus Politik und Verwaltung bestückt. Foren werden oft von professioneller Quartiers- oder Regionalentwicklung initiiert oder unterstützt.
Der Übergang von Foren zu öffentlich tagenden Beiräten oder Ausschüssen ist fließend. Sie haben meist einen regelmäßigen Sitzungsturnus und einen festen Kern von Teilnehmern, die evtl. auch Stimmrechte besitzen. Sie dienen als Schnittstelle zwischen Betroffenen, Fachleuten und Funktionsträgern und begleiten langfristige Planungs- und Entwicklungsprozesse. 


Ideen und Ziele entwickeln, kreative Lösungen finden (nach oben) 
Bei der Walt-Disney-Methode wird ein Thema in getrennten Arbeitsabschnitten jeweils aus Sicht des Träumers, des Pragmatikers und des Kritikers betrachtet und bearbeitet. Da alle Denkhaltungen gewürdigt und einbezogen sind, wird das Ergebnis zu einer gemeinsamen Sache.
Eine Zukunftswerkstatt bietet sich vor allem für die Suche nach neuen, kreativen Lösungen und Visionen für bestehende Probleme oder Fragestellungen an. Sie eignet sich z. B. zur Erstellung von Leitbildern, Entwicklungsszenarien, Zukunftsprojekten u.ä.. Der Ablauf gliedert sich in Kritikphase, Fantasiephase und Realisierungsphase über wenige Stunden oder Tage. 


Sich ein Bild von der Zukunft machen, Visionen entwerfen (nach oben) 
Bei einer Zukunftskonferenz erarbeiten ausgewählte Teilnehmer aller betroffenen Interessengruppen nach festem Ablaufschema Maßnahme- und Aktionspläne für zukünftige Vorhaben. Beginnend in homogenen Gruppen, werden im Laufe der Konferenz die Gruppen systematisch gemischt, um Bereitschaft für gemeinsame Lösungen zu erhöhen.
Mithilfe der Szenariotechnik lassen sich alternative Vorstellungen über positive und negative Entwicklungen in der Zukunft zu umfassenden Bildern und Modellen zusammenfassen. Ausgangspunkt ist ein dringendes Problem, Einflussfaktoren werden herausgearbeitet und analysiert. Zugespitzt auf zwei mögliche Zukünfte („worst case“ und „best case“) mündet die Arbeit in Handlungsempfehlungen für die gewünschte Variante. 


Zum Wandel anregen, Entwicklungsprozesse fördern (nach oben) 
Appreciative Inquiry (AI) bedeutet in etwa „Wertschätzende Entwicklung/ Wertschätzendes Lernen“ und arbeitet in den drei Phasen Verstehen, Visionieren und Verwirklichen. Positive Erfahrungen („Schätze“) werden bewusst gemacht und genutzt, um Motivation und Kreativität für Weiterentwicklung zu gewinnen.
Die Agenda-Konferenz entstand aus der Lokalen Agenda 21. Mit dieser Methode wird der aktuellen Stand eines Prozesses resümiert und bewertet, Zukunftsziele entwickelt und Aktionen angestoßen. Sie beinhaltet einen Mix aus Plenarsitzungen, Kleingruppenarbeit und Marktplatzpräsentationen. Geeignet ist sie als Einstieg in eine Beteiligung, wenn ein Prozess stockt, oder wenn eine neue Phase begonnen werden soll. 


Organisieren, Aktivieren und Gegenmacht aufbauen (nach oben) 
Weniger eine Beteiligungsmethode, sondern eher ein professioneller Arbeitsansatz aus der Sozialarbeit ist die Gemeinwesenarbeit (GWA). Sie ist langfristig angelegt und zielt darauf ab, projekt- und themenunspezifisch Aktivierungsprozesse in Wohnquartieren zu organisieren. Dabei bedient sie sich einer Vielzahl von Aktionen, Projekten und Beteiligungsmethoden, die spezifisch auf das jeweilige Quartier zugeschnitten werden.
Aus der Gemeinwesenarbeit stammt die Aktivierende Befragung, die in einem längeren Prozess über Interviews Kontakte aufbaut und ohne inhaltliche Vorgaben Interessen ermittelt und Engagementbereitschaft bündelt.
Ein Spezialfall der Aktivierenden Befragung ist die Arbeitsbuchmethode. Über Multiplikatoren wird zunächst ein Katalog mit relevanten Fragen und Vorschlägen persönlich verteilt. Die Befragten nehmen dazu schriftlich Stellung und geben an, an welchen Punkten sie mitarbeiten würden. In Arbeitsgruppen werden Einzelthemen verfolgt und Umsetzungsvorschläge erarbeitet.
Aus den USA stammt das zivilgesellschaftliche Konzept Community Organizing (CO), das sich auf Selbstorganisation in Stadtteilen oder Regionen gründet. Beim Organizing knüpfen aktive Bürger mittels vieler Einzelgespräche ein öffentliches Beziehungsnetz („Macht“), um später an gemeinsamen Problemen in ihrem Umfeld Lösungen zu entwickeln und sie politisch durchzusetzen. CO grenzt sich klar von staatlicher Fürsorge ab und finanziert nach Möglichkeit aus eigenen Kräften professionelle „Organizer“ für die eigene Aktivierungs- und Koordinierungsarbeit. 


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(1) Für dieses Kapitel wurden die Methodensammlungen verwendet von: Bischoff et al. 1996, Arbter 2005 (online-Version: Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft), Ley 2003 (online-Version: Stiftung Mitarbeit), sofern nicht gesondert angegeben.
(2) vgl. Sauter 22.04.2008, S. 9
 
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