Sie sind hier: Thesen und Fragen
Zurück zu: Startseite
Allgemein:

Suchen nach:

Thesen & Fragen

Einige häufig auftauchende Fragen und Argumente in Bezug auf Beteiligung werden hier vorauseilend aufgegriffen. Klicken Sie auf den Fragetext, um mehr zu sehen.

A.K.F.s - Antworten auf kursierende Fragen

Wieso überhaupt diese Webseite - für den Masterplan Altona gibt es doch gesonderte Informationen?
Beteiligung ist doch sowieso nur Makulatur - entweder gelenkt oder wirkungslos, oder?
Hängt am Masterplan die Zukunft von Altona?
Wenn wir einen Masterplan haben, wird die Entwicklung Kern-Altonas klarer und Planungen einfacher?
Wo bleibt denn das Innovative, Kreative an der Beteiligung am Masterplan? Foren, Workshops, Arbeitsgruppen... man sieht daran, dass wohl gar nichts Neues für Altona gewollt ist?
IKEA und andere Planungen zeigen doch, dass die Politik vor allem Investoreninteressen aufgreifen und sich zu eigen machen?
Wie kann sich der Masterplan positiv für die Zukunft auswirken, wenn doch aktuelle Planungen jetzt schon viele Tatsachen schaffen, deren Folgen dann nicht mehr rückgängig zu machen sind?
Welche Position hat der Autor von beteiligung-altona.de zu Partizipation?
Das ist doch gut, dass (nicht nur) im Falle des Masterplans einmal Bewohner einbezogen werden - was soll denn das Gemäkele daran?
Wenn man überall Bürger beteiligen würde, käme man aus dem Diskutieren nicht mehr raus und wichtige Entscheidungen würden nie getroffen, oder?
Mich spricht ein konkretes Angebot, mich zu beteiligen, überhaupt nicht an. Wie soll ich darauf reagieren?
Was soll denn das Diskutieren um Pläne, die der ungeübte Bürger sowieso nicht beurteilen kann? Lasst doch die Fachleute machen, die sind dafür ausgebildet und werden dafür bezahlt!
Ist der Masterplan samt Beteiligung nicht nur ein Bestandteil von Gentrifizierung bzw. Aufwertungsprozessen, mit denen sozial schwächere Bevölkerung verdrängt werden soll?
Beteiligung an allen Ecken: Masterplan Altona, Entwicklungsquartier Altona-Altstadt, Sanierungsgebiete ... - wie soll man da noch durchsteigen?

These: Reichweite von Beteiligung

Wer einen Hammer zur Hand nimmt, braucht nicht enttäuscht zu sein, wenn damit Schrauben schlecht einzudrehen sind.
Bei Beteiligung sprießen Erwartungshaltungen leicht ins Kraut. Der schwammige Begriff (mehr dazu) kann je nach Perspektive Gemütslagen zwischen Enthusiasmus und maßloser Enttäuschung und vieles dazwischen auslösen.
Anliegen dieser Seite ist es, Partizipation zu entdämonisierung und für ein nüchternes Verhältnis zur Reichweite des "Instrumentes Beteiligung" zu plädieren.

Daher hier als These und Diskussionsbeitrag eine Beschreibung des Rahmens aus Sicht des Autors:

Beteiligung ist schlecht geeignet als:
- Patentrezept gegen Politikverdrossenheit oder -defizite
- Beförderungsmittel für politischen Protest
- Ersatz für notwendige politische Auseinandersetzungen, Initiativen- oder parlamentarische Gremienarbeit
- Alibi für unbequeme politische Entscheidungen
- Neuerfindung von direkter Demokratie
- Konkurrenz oder Alternative zu bestehenden (parlamentarischen) Entscheidungsverantwortungen
- Wiedergutmachung für Versäumnissen von Transparenz oder Beteiligung zu bereits getroffenen politischen Entscheidungen
- Propaganda- oder Mobilisierungsinstrument für einseitige Positionen
- Aushebelung fachlich fundierter Erkenntnisse durch ideologisch oder populistisch geprägte Aussagen

Beteiligung ist
- in der Regel Aufgabe der Verwaltung (bzw. bezahlter Moderatoren) im politischen Auftrag der Politik (betrifft "politische Beteiligung")
- immer nur so weit entscheidungsrelevant, wie sie auch in politische Entscheidungsstrukturen eingebunden und gewollt ist
- ein offener Prozess, dessen Ergebnisse nicht immer die Erwartungen erfüllt, die die Akteure in ihn gesetzt haben
- eine Chance, Probleme durch Einbeziehung vieler Sichtweisen erheblich passgenauer, akzeptierter und nachhaltiger zu lösen
- vor allem eine Frage kompetenter Kommunikation
- eine Herausforderung an demokratische Kultur, die davon lebt, auch abweichende und der eigenen Position widersprechende Meinungen zu akzeptieren und sich mit ihnen fair auseinanderzusetzen
- angewiesen auf eine Basis frühzeitiger, gut verständlicher und zugänglicher Informationen für alle, die interessiert sind

Aber
- Nicht jedes Vorhaben mit Beteiligung ergibt automatisch bessere Ergebnisse als ohne.
- Beteiligung kostet Zeit (auf allen Seiten: sowohl berufliche wie freiwillig gespendete) und meistens auch Geld. Ohne ausreichende Ressourcen hat es gutgemeinte Beteiligung schwer, wirksam zu werden.