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Wie weit? Stufen von Beteiligung

Unabhängig vom Thema stellt die Stufe oder der Grad des Kommunikationsprozesses ein wichtiges Merkmal dar. Formale Partizipation kann grob in Entscheidungsrechte und Mitwirkungsrechte eingeteilt werden (1).

Das unten abgebildete Stufenmodell differenziert darüber hinaus noch die Art der Kommunikation. Die erreichte Stufe steckt die Reichweite der Partizipation und damit auch den Handlungsrahmen der Akteure ab:

Stufenleiter der Partizipation

- Quelle: Selle 2000, S. 165


Die beiden unteren Sprossen stellen Kategorien von Scheinbeteiligung dar: Partizipation wird vorgegaukelt, ohne Mitwirkungsspuren zu hinterlassen. Als Mittel dienen Fehlinformationen oder Manipulation. Zum Etikettenschwindel gerät die Beteiligungspraxis vieler Gemeinden, die passender als Öffentlichkeitsarbeit oder Informationspflicht zu bezeichnen wären. (2)
Information ist der Einstieg in ernsthafte Partizipation und gleichzeitig Voraussetzung für alle darüber liegenden Stufen. Ohne sie gelingt keine sinnvolle Konsultation oder gar Kooperation.
Der Aufstieg setzt sich über konsultative und dialogorientierte Formen fort bis auf gleiche Augenhöhe zu kooperativen Verfahren. Weitergehend können formale Rechte die Position der Bürger stärken, denen auf oberster Sprosse echte Entscheidungskompetenzen überantwortet werden.

Die reale Wirksamkeit eines Beteiligungsprozesses ist nicht alleine von der erreichten Sprosse abzulesen. Denn auch Ergebnisse unverbindlicher Anhörungen können von politischen Gremien ernsthaft aufgegriffen werden, während der harmonischste Runde Tisch noch nichts darüber aussagt, was mit seinen Ergebnissen geschieht. Zu berücksichtigen ist stets auch, wie das Verfahren in Entscheidungsstrukturen eingebunden ist.

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(1) vgl. Knemeyer 1997, S. 15f
(2) vgl. Herrmann 1999, S. 42
 
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