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Altes und neues Ehrenamt
Als Ehrenamt gilt ein unentgeltlich ausgeübtes Amt, wobei "Amt" für einen festen dauernden Aufgabenkreis im Dienste anderer steht. Helfende Tätigkeiten für Nachbarn und Verwandte im Haushalt oder privaten Umfeld werden davon abgegrenzt (1). Nach traditionellem Verständnis üben Ehrenamtliche freiwillig gemeinnützige Tätigkeiten durch Wahl oder Bestellung aus. Im musikalischen Vereinswesen gehören dazu zum Beispiel Vorstandsarbeit, organisatorische oder technische Mitarbeit (Schriftführer, Noten-/ Instrumentenwart), musikalische oder Übungsleitung oder Nachwuchsbetreuung (2). Das klassische Ehrenamt kennzeichnet einen hohen Grad an Selbstverpflichtung und Achtung gegenüber einem Ideal. In der Vergangenheit bedeutete es oft lebenslange Bindung an eine große Organisation im Zeichen z. B. des Glaubens oder der Arbeiterklasse (3). |
Neues Ehrenamt |
Der „Wertewandel“ der vergangenen Jahrzehnte brachte neue, stark individualisierte Lebensstile mit sich. Das sogenannte „neue Ehrenamt“ zeichnet aus: |
Merkmale des „Neuen Ehrenamts“ |
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Persönliche Motive und Vorlieben treten stärker in den Vordergrund. Engagement dient nicht nur dem Nächsten, sondern soll/darf Spaß machen und die Kompetenzen fordern.
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Hoher Selbstbestimmungsanspruch: Die freiwillig Engagierten wollen Umfang, zeitliche Struktur und Ausgestaltung ihrer Tätigkeiten selbst festlegen.
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Persönliche Bedürfnisse wie Neues zu erlernen oder menschliche Kontakte treten als legitime Belohnungen für das Engagement zu Tage.
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Neue Organisationsformen: Da ihre Anforderungen in traditionellen Formen oft enttäuscht werden, finden sich viele Aktive in kleinen Projekten, Vereinen, Selbsthilfeorganisationen und Gruppeninitiativen wieder.
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Quelle: vgl. Röbke, Liebenberg 2001, S. 17 sowie Paulwitz 1999, S. 202; eigene Darstellung
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Selbstentfaltungsstreben und Anspruchshaltungen stiegen, eigene Lebensinteressen rückten zur Leitinstanz des Denkens und Fühlens auf. Ein Wandel vollzog sich von pflichtbezogenen Motiven hin zu stärker selbstbezogenen Motiven für Engagement (5). Die Betätigungsformen selbst wie auch die Einstellungen und Ansprüche der engagierten Menschen veränderten sich.
Alte und neue Motivbündel ersetzen sich aber nicht, sondern existieren nebeneinander (6). |
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(1) vgl. Holzer 2005, S. 10 (2) vgl. Ermert 2000, S. 170 (3) vgl. Röbke, Liebenberg 2001, S. 17 (4) vgl. Waschkuhn 1998, S. 130 (5) vgl. Deutschland 2002, S. 52 (6) vgl. Reinert 1999, S. 379ff
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zum Literaturverzeichnis ...
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