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Bürgerschaftliches/ freiwilliges Engagement

Für aktives Engagement außerhalb des Berufes existieren Bezeichnungen wie Ehrenamt, Soziale Partizipation, Freiwilligenarbeit, Zeitspenden, Selbsthilfe, Bürgerarbeit, Volunteering, Sozialkapital u.v.a.m. (1).
In der Fachdiskussion hat sich im vergangenen Jahrzehnt als Dachbegriff für diese Phänomene „Bürgerschaftliches Engagement“ durchgesetzt.
Bürgerschaftliches Engagement zeichnet aus, dass es freiwillig, nicht auf materiellen Gewinn gerichtet und gemeinwohlorientiert ist, öffentlich bzw. im öffentlichen Raum stattfindet und gemeinschaftlich oder kooperativ ausgeübt wird (2).
Oder kurz: „Erstens, es ist freiwillig, zweitens unentgeltlich, drittens, es ist für andere, und viertens findet es in einem organisierten Rahmen statt, also nicht nach dem Prinzip Zufall.“ (3)

Diese Definition hat sich als praktikabel erwiesen und breiten Eingang in Engagementforschung und öffentliche Diskussion gefunden. „Bürgerschaftliches Engagement“ bzw. sein Synonym „Freiwilliges Engagement“, kann als Mindeststandard über ein breites Spektrum unterschiedlicher Engagementformen gespannt werden wie (4):

Ehrenamtliche Tätigkeiten oder freiwilliges Engagement in sozialen Bereichen wie Einrichtungen und Diensten der öffentlichen Träger, Kirchen und der Wohlfahrtspflege, in der Hospizarbeit, zugunsten sozialer Randgruppen und Asylsuchenden,

Aktivität in Genossenschaften, Alternativprojekten, Tauschringen als neue oder alte Form der Eigenarbeit,

gemeinschaftliche Selbsthilfe, vor allem im Gesundheits- und Sozialsektor,

Wahrnehmung öffentlicher Funktionen, wie sie z. B. traditionell als Wahlhelfer, Schöffe oder in der Freiwilligen Feuerwehr üblich sind oder in Bürgerorganisationen, die als Träger öffentlicher Einrichtungen wie Museen, Büchereien oder Schwimmhallen fungieren,

Politische Beteiligung in allen Formen von Mitarbeit in großen und kleinen Organisationen über Mitwirken an Bürgerbegehren bis zur aktiven Teilnahme an Runden Tischen.



Der Terminus „Bürgerschaftliches Engagement" bleibt zwar deutungsoffen und an seinen Rändern unscharf. Heinze weist darauf hin, dass diese Vagheit und Mehrdeutigkeit ihn jedoch hoch anschlussfähig für andere Forschungsdisziplinen macht. So erhielten Ehrenamts- und Selbsthilfeforschung, Forschung zu sozialen Bewegungen und politischer Partizipation, Vereins-, Dritte-Sektor- sowie Demokratieforschung einen Schnittpunkt. (5)

Die Ausführungen auf dieser Webseite folgen den Autoren, die „bürgerschaftliches“ oder „freiwilliges Engagement“ als Sammelbegriff benutzen (6). Die beiden Begriffe sind als Synonyme für „Ehrenamt“, „Zeitspende“, „Bürgerarbeit“ und deren Spielarten verwendet, sofern nicht spezielle Erläuterungen ergänzt sind.

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(1) Gegenstand hier ist ausschließlich der freiwillige Einsatz von Zeit. Finanzielles Engagement im Sinne von Spenden und Mäzenatentum wird nicht behandelt
(2) vgl. Deutschland 2002, S. 38
(3) Stiftung Bürger für Bürger 1999, S. Beitrag von Ingrid Kautz, Freiwilligen-Agentur Südostniedersachsen
(4) zur folgenden Aufzählung vgl. Heinze, Olk 2000, S. 10f
(5) vgl. Heinze, Olk 2000, S. 9
(6) vgl. dazu Heinze, Olk 2000, S. 9Ff; Stricker et al. 2006, S. 36 u. a.
 
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